Informelle Sprache am Beispiel OMG

Grund­gü­tiger!

Als Boomerin mit stetem Kontakt zur Gene­ra­tion der Digital Natives gehörte der Ausruf OMG — Oh my God, oder, etwas milder, Oh my Gosh! — bisher zu den Begriffen, die ich nahezu beden­kenlos, wenn auch zumeist ironi­siert, und flüssig in meinen Wort­schatz inte­griert und sogar zuweilen wage­mutig im Busi­ness-Kontext (LinkedIn) verwendet hatte. Ein Aufschrei war nicht erfolgt.

Bis dieser Tage, unter­wegs in meinem (gentri­fi­zierten) Viertel, mein Weg den einer jungen Mutter mit ihrer viel­leicht 7jährigen Tochter kreuzte. Sie sahen ganz normal aus, Casual Warm­wetter-Look, nicht reli­giös anmu­tend. Und en passant hörte ich, wie sie ihrer Tochter, die gerade etwas mit “Oh my God” kommen­tiert hatte, sagte, dass sie diesen Ausdruck von ihr nicht mehr hören wolle! Es sei unschön und unan­ge­messen, so etwas zu sagen.

Infor­melle Konven­tion — oder nicht?

Ich bin verwirrt! War ich zu leicht­fertig in der Adapt­a­tion dieses zeit­ge­nös­si­schen Begriffs? Gibt es eine Meinungs­strö­mung zu diesem Thema, die mir entgangen ist? Ich habe ChatGPT dazu gefragt. Hier ist seine Antwort: Der Ausdruck “Oh my God” ist seit langem Bestand­teil der engli­schen Sprache und wird oft verwendet, um Erstaunen, Schock oder Über­ra­schung auszu­drü­cken. Die Verwen­dung von “OMG” als Abkür­zung hat sich mit der digi­taler Kommu­ni­ka­tion stark verbreitet. Es ist eine schnelle und bequeme Möglich­keit, Emotionen in kurzen Text­nach­richten, Chats oder sozialen Medi­en­bei­trägen auszu­drü­cken. Die Verwen­dung von Abkür­zungen wie “OMG” hat in der Online-Kommu­ni­ka­tion eine Art infor­melle Konven­tion geschaffen. Aller­dings gibt es sicher­lich Situa­tionen, in denen einige Personen “OMG” als unan­ge­messen empfinden könnten, beson­ders in formellen oder reli­giösen Umge­bungen, oder wenn es in einem Kontext verwendet wird, der als respektlos empfunden wird.

Anderswo im Netz findet man den Verweis auf “Jugend­sprache”, aber die Tochter ist doch eindeutig der Jugend zuzu­rechnen. Hm. Viel­leicht hat die Mutter etwas gegen Angli­zismen? Womög­lich hätte sie gegen “Grund­gü­tiger!” nichts einzu­wenden? Ich werde es nie heraus­finden. Wenn jemand eine Idee hat, warum OMG nicht akzep­tabel ist, bitte gerne bei mir melden!